Heizen wird 2026 wieder teurer – aber nicht überall gleich. Der aktuelle Heizspiegel von co2online, dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund zeigt: Wer mit Öl oder Holzpellets heizt, muss mit einem deutlichen Anstieg rechnen. Erdgas entspannt sich 2026 zunächst leicht, weil die Gasspeicherumlage wegfällt – die Erleichterung könnte aber schon Ende 2026 wieder vorbei sein. Was heißt das konkret für dich, und lohnt sich deshalb schon der Wechsel zur neuen Heizung? Ich ordne die Zahlen ein.
Das zeigt der Heizspiegel 2026
- Heizöl & Pellets: Für 2026 wird ein deutlicher Kostenanstieg erwartet, bei Pellets lagen die Kosten 2025 je nach Gebäudeart bereits bis zu 24 % über dem Vorjahr.
- Erdgas: 2025 bis zu 15 % teurer, 2026 zunächst leichte Entlastung – mit dem Risiko steigender Großhandelspreise Ende 2026 oder 2027.
- Wärmepumpe & Fernwärme: Wurden zuletzt nur moderat teurer und bleiben laut Prognose langfristig am günstigsten.
Besonders spannend: Rund 90 % der Haushalte haben laut Heizspiegel noch ungenutztes Sparpotenzial. Im Schnitt sind das 465 € pro Jahr in einer Wohnung, in einem Einfamilienhaus sogar bis zu 1.000 €. Das ist Geld, das jedes Jahr verschenkt wird – unabhängig davon, ob am Ende eine neue Heizung ansteht oder nicht.
Der Blick nach vorn: Was eine Heizung wirklich kostet
Noch aufschlussreicher wird es, wenn man nicht nur ein Jahr, sondern die gesamte Lebensdauer einer Heizung betrachtet. co2online hat dazu die Kosten verschiedener Heizsysteme für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bis 2045 hochgerechnet. Grundlage sind Daten des Heizspiegels sowie Energiepreisannahmen des Umweltbundesamtes von Mai 2026.
- Wärmepumpe: Rund 24.500 € Heizkosten zwischen 2026 und 2045.
- Gasheizung: Rund 55.600 € im selben Zeitraum – mehr als doppelt so viel.
- Ölheizung: Rund 67.200 € – der teuerste Wert im Vergleich.
Über 20 Jahre gerechnet, bedeutet das laut co2online bis zu 42.000 € Mehrkosten für Gas- und Ölheizungen gegenüber klimafreundlichen Alternativen. Grund sind steigende CO₂-Preise, höhere Netzkosten und die gesetzlich vorgesehene "Bio-Treppe": Gas- und Ölheizungen müssen künftig einen wachsenden Anteil an teurerem Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl beimischen. Wichtig dabei, und das sage ich dir ganz offen: Es handelt sich um eine Prognose auf Basis heutiger Annahmen, nicht um eine Garantie. Politische Entscheidungen oder globale Entwicklungen können die tatsächlichen Preise verändern – die Richtung der Zahlen ist trotzdem eindeutig.
Die Heizkostenfrage entscheidet sich nicht nur am Energieträger. Bevor du über eine neue Heizung nachdenkst, lohnt sich der Blick aufs Haus selbst.
Drei Hebel, die wirklich etwas bringen
Dämmen. Weniger Wärmeverlust bedeutet weniger Heizbedarf – egal, welche Heizung im Keller steht. Eine gut gedämmte Gebäudehülle wirkt bei jedem Energieträger, senkt den Verbrauch dauerhaft und macht jede folgende Maßnahme wirksamer.
Verhalten anpassen. Schon smarte Thermostate an den Heizkörpern sparen spürbar, ohne dass du auf Komfort verzichten musst. Sie heizen nur dann, wenn es nötig ist, und lassen sich raumweise steuern – ein einfacher erster Schritt, bevor größere Maßnahmen anstehen.
Wärmepumpe, wo möglich. Sie steigt laut Prognose am langsamsten im Preis und ist damit über die gesamte Lebensdauer gerechnet der stabilste Umstieg. Ob sie für dein Haus infrage kommt, hängt vom Gebäude und dem vorhandenen Heizsystem ab – das lässt sich im Gespräch schnell klären.
Du willst wissen, wo bei deinem Haus das größte Sparpotenzial liegt?
Schreib mir auf WhatsApp →Quellen: Heizspiegel 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund, veröffentlicht über si-shk.de, 23.09.2026. Langfristprognose: co2online-Pressemitteilung vom 3. Juni 2026.
